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Reisebericht Kreta

Wie oft schweift man bei der Urlaubsplanung in die Ferne, oftmals auch beeinflusst vom Gedanken man müsse noch exotischere und weiter entfernte Ziele ansteuern, als Freunde und Bekannte? Manchmal habe ich den Eindruck, dass eine „echte Reise“ erst ab einer Flugdauer von mindestens 7 Stunden beginnt. Auch manche Reiseblogger vermitteln dies mehr oder weniger gewollt.

Klar, auch auf mich haben ferne Zielen ihren Reiz, nicht umsonst waren wir bereits mehrmals in Mexiko und auch auf Kuba. Aber: Es gibt auch in Europa sehr vielfältige und sehenswerte Ziele – wenn man auch mal das bequeme AI-Hotel verlässt.

Wieso also immer in die weite Ferne, wenn das wunderschöne Griechenland mit seinen liebevollen Bewohnern und wunderschönen Zielen so nahe liegt?

Genau aus diesem Grund möchte ich in diesem Beitrag meine Erfahrungen und Tipps für eine Reise auf die abwechslungsreiche griechische Insel Kreta an euch weitergeben.

Der Unterschied zu meinen anderen Reiseberichten wird aber sein, dass ich diesen Kreta-Bericht immer dann updaten werde, wenn ich wieder auf der Insel war. Mittlerweile waren wir bereits zweimal dort – 2011 und 2017.

Fotogalerie Kreta
Viele weiter Fotos findet ihr in den Kreta Alben 2011 und 2017!

Anreise

Die Anreise erfolgt klassischerweise per Flugzeug. Klar, man kommt auch auf dem Land- und Seeweg nach Kreta, dürfte aber für den Durschnittsreisenden eher nicht die präferierte Variante sein – die Anreisedauer wird hierbei sicherlich so lange sein, wie manch ganzer Urlaub ;-) Aber: auch deutsche Kennzeichen habe ich bereits auf Kreta gesehen.

Also zurück zur Anreise mit dem Flugzeit: Alle größeren Flughäfen steuern v.a. in den Sommermonaten mehrmals am Tag mit Charterflugzeugen die beiden Flughäfen auf Kreta an. In erster Linie den Flughafen von Heraklion, aber auch den Flughafen von Chania (leider in der Vergangenheit keinen passenden Flug dorthin gefunden).

Von München ist man in knapp 3 Stunden auf der Sonneninsel Kreta, weshalb unser zweiter Kreta-Besuch auch der erste mit unserem kleinen Sohn war. Ich bin der Meinung, dass man kleineren Kindern keine ewig langen Flüge antun muss. Immerhin sollte man bei der Gesamtanreisedauer den Weg zum Flughafen und den Transfer zum Ziel-Hotel mit einrechnen – da ist man schnell mal 8 Stunden unterwegs.

Hotel

Welches Hotel man auswählt liegt in erster Linie an zwei Dingen: Die Lage, eher West-Kreta, Zentral-Kreta oder Ost-Kreta und seinem Geldbeutel. Auch tolle Ferienwohnungen gibt es auf Kreta, wer nicht unbedingt ein Hotel will. Am besten man sieht sich mal auf Holidaycheck oder Tripadvisor um und lässt sich inspirieren. Auch die Weiterempfehlungen sind kein schlechter Anhaltspunkt, wenngleich man manch negativen Kommentar oder Bewertung kritisch hinterfragen sollte: Wenn es etwas überall gibt, dann Nörgler, die an jeder Kleinigkeit den Weltuntergang finden.

Grecotel Amirandes
Grecotel Amirandes
Grecotel Creta Palace
Grecotel Creta Palace

Wir selbst mögen die Hotels von Grecotel sehr gerne. Diese befinden sich zwar in einer gehobenen Preisklasse, bieten aber einen tollen Service und ein schönes Gesamtkonzept.

So waren wir 2011 im Grecotel Amirandes in der Nähe von Heraklion, genauer gesagt in Gouves (leider auch in der Einflugschneise des Flughafens). 2017 verbrachten wir unseren Kretaurlaub dann im Grecotel Creta Palace, das sich am langen Sandstrand von Rethymnon befindet.

Ansonsten bin ich kein „Hoteltester“ und möchte deshalb auf Seiten verweisen, die sich darauf spezialisiert haben – eben solche wie Holidaycheck oder Tripadvisor. Oder vielleicht mal ganz altmodisch ins nächste Reisebüro gehen und sich dort beraten lassen? Es lohnt sich!

Ich für meinen Teil möchte hier einen Eindruck über Kreta außerhalb des Hotels geben und euch ermuntern diese wundervolle Insel am besten auf eigene Faust zu erkunden :-)

Ausflüge beim Veranstalter Buchen oder doch Mietwagen?

Ob man seine Ausflüge auf eigene Faust durchführt und plant oder ob man Touren über die Veranstalter bucht, ist eine rein persönliche Entscheidung. Beides hat nämlich seine Vor- und Nachteile. So haben wir bei unserer ersten Kreta-Reise 2011 Ausflüge noch über den Veranstalter gebucht, 2017 haben wir darauf verzichtet und haben uns gleich ab dem Flughafen einen Mietwagen genommen.

Hier mal ein paar Pro- und Kontra-Punkte der beiden Varianten:

PRO Beim Veranstalter gebuchter Ausflug bzw. Tour
  • Für Neulinge und Menschen interessant, die gerne alles durchorganisiert haben. Man wartet zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort, wird abgeholt und wieder zurück gebracht. Dazwischen muss man sich i.d.R. um nicht viel kümmern.
  • Beim Besuch von Ausgrabungsstätten entfällt das Warten in der Schlange, der Ticketpreis ist fast immer im Ausflugspreis enthalten.
  • Der aus meiner Sicht größte Pluspunkt: Es ist ein ausgebildeter Reiseleiter dabei, der in den meisten Fällen wirklich wissenswerte Dinge erzählt und oftmals auch aus dem Nähkästchen plaudert.
  • Ausflüge mit unterschiedlichem Ausgangs- und Endpunkt lassen sich besser durchführen, als mit dem Mietwagen. Das Durchwandern der Samaria-Schlucht ist mit eigener Anfahrt wohl kaum möglich.
Contra Beim Veranstalter gebuchter Ausflug bzw. Tour
  • Gruppen aus mehr oder minder interessierten Leuten, die u.U. nur der nächste Imbiss oder die Toilette wirklich antreibt. Individualität fast unmöglich.
  • Lange Anfahrt, lange Rückfahrt, da zig Hotels abgeklappert werden müssen.
  • Meistens in Summe teurer, als wenn man selbst fahren würde.
  • Feste Zeitpläne. Man kann nicht einfach etwas länger bleiben oder eher weiterfahren, wenn’s einem reicht.
  • Touri-Charme – der schwingt leider immer mit, wenn man mit größeren Gruppen einem Guide nachrennt. Hat oft was von Lemmingen ;-)
Ausflug Smaria-Schlucht
Ausflug Smaria-Schlucht
PRO Mietwagen
  • Individualität, Individualität, Individualität. Man fährt hin, wo man hin will und wann man will. Man macht Pausen, wann man will oder Abstecher. Natürlich kann man das Auto nicht nur für Ausflüge nutzen, sondern auch mal nur zum nächsten Supermarkt düsen. V.a. mit Kind(ern) ist es sehr vorteilhaft, wenn man stehen bleiben kann, wo man will oder mal einen Abstecher zum nächsten Kiosk/Supermarkt unternimmt.
  • Man kann Örtchen anfahren, an die u.U. kein Bus kommt, da die Straßen für größere Gefährte zu eng werden.
  • Wenn man den Mietwagen ab dem Flughafen nimmt, spart man sich den nervigen Transfer (Abklappern der Hotels).
  • Man kann seine ausgewählten Ziele auch zu Zeiten anfahren, an denen die Massen bereits auf dem Rückweg oder noch nicht da sind. Damit werden sonst überlaufene Sehenswürdigkeiten auf einmal relativ ruhig.
Contra Mietwagen
  • Qualität mancher Mietwagen. Man bucht zwar eine bestimmte Kategorie, einen Fahrzeugtyp oder gar Marke bekommt man nicht zugesichert. So kann man Glück haben und man bekommt ein tolles Auto oder die Kiste hat schon bessere Tage gesehen. Allerdings hatten wir bis jetzt nie wirklich völlig unbrauchbare Autos, die man  grundsätzlich hätte beanstanden müssen.
  • Preis. Bucht man einen Mietwagen gleich eine komplette Woche, ist der Wagen pro Tag meistens günstiger. Nichtsdestotrotz reden wir hier abhängig von der Fahrzeugkategorie von 200-400€ in der Woche. Hinzu kommen noch Benzin und evtl. Extras wie ein Kindersitz (die übrigens in Griechenland gar nicht mal so schlecht waren.)
  • Man muss alles selbst planen und timen. V.a. am Flughafen sollten man rechtzeitig zurück sein. Die Navigation ist mit Google Maps und Navigationsgeräten heute kein Thema mehr. Wir hatten sogar Glück und unser Wagen hatte ein fest verbautes Navi – ohne, dass wir es gebucht hatten.
Unterwegs mit dem Mietwagen
Unterwegs mit dem Mietwagen

Also: Wer gerne mit der Familie bzw. mit dem Partner allein unterwegs ist und sich nicht von der Gruppe abhängig machen will, der nimmt sich am besten einen Mietwagen. Entweder gleich ab dem Flughafen oder für ein paar Tage ab dem Hotel. Seid ihr eher Neulinge bzw. Personen die ungern in fremden Ländern auf eigene Faust unterwegs sind, dann ist ein geführter Ausflug wohl die bessere Wahl.

Die einzelnen Stationen, die wir uns auf Kreta angesehen haben, werde ich in Klammern kennzeichnen, ob dies mit dem Mietwagen (M) oder per Ausflug (A) erfolgt ist.

Fodele – Chania – Rethymnon (2011 – A)

Unser erster Kreta-Ausflug ging per Bus von Gouves zu den Stationen Fodele, Chania und Rethymnon. Die beiden letzteren gelten als Perlen von Kreta und bieten eine wunderbar erhaltene Altstadt – absolute Pflicht auf West-Kreta!

Fodele

Fodele
Fodele

Der erste Stop wurde in er kleinen Ortschaft Fodele eingelegt. Das kleine Dorf zeichnet sich v.a. durch den Orangenanbau aus, der im umliegenden Land stattfindet. Fodele selbst liegt an einem kleinen Fluss und ist noch relativ ursprünglich und damit sehenswert. In der Nähe befindet sich das El Greco Museum, das wir jedoch nicht besucht haben.

Tipp: Unbedingt einen frisch gepressten Orangensaft probieren!

Chania

Chania - Hafen
Chania – Hafen

Die zweitgrößte Stadt nach Heraklion ist mit gut 50.000 Einwohnern Chania. Sehenswert ist hier v.a. der venezianische Hafen und die wunderschöne Altstadt, der man den italienischen Einfluss in vielen Bereichen heute noch ansieht.

Tipp: Durch die Markthalle schlendern und die ein oder andere kretische Köstlichkeit probieren und sich z.B. mit hochprozentigen Souvenirs eindecken.  Auf Kreta trinkt man übrigens weniger Ouzo als Tsikoudia (auch Raki genannt, hat nur nichts mit dem türkischen Raki zu tun).

Rethymnon

Rethymnon - Rimondi Brunnen
Rethymnon – Rimondi Brunnen

Rethymnon oder auch Rethymno ist nach Heraklion und Chania die drittgrößte Stadt auf Kreta und bietet ähnlich wie Chania eine wundervolle Altstadt, inkl. Hafenkulisse.

Tipp: Beim Betrachten des Rimondi-Brunnen ein Eis genießen. Direkt beim Brunnen findet sich eine Eisdiele, die durchaus gute Qualität anbietet.

Heraklion mit Knossos (2011 – A)

Knossos

Knossos
Knossos – Wandmalerei

Unser zweiter gebuchter Ausflug führte uns ins nahe Heraklion bzw. zuerst zur Ausgrabungsstätte der bekannten Minoischen Palastanlage: Knossos.  Knossos ist die größte bisher gefundene Palastanlage der Minoer auf Kreta. In Knossos erhält man einen Eindruck über die Lebensweise des uralten Minoischen Volkes, das vielen als erste Hochkultur Europas gilt. Leider wurde nach meinem Empfinden in der Vergangenheit zu „rabiat“ restauriert, d.h. Rekonstruktionen wurde teils mit Beton durchgeführt. Wer die durchaus gelungene Rekonstruktion auf der Akropolis von Lindos (Rhodos) kennt, der wird darüber nicht begeistert sein. Dann lieber als Ruine lassen und dem Besucher mittels Zeichnungen bzw. Anschauungstafeln einen genaueren Eindruck geben.

Tipp: Sehenswert sind die Wandmalereien und der Thronsaal.

Heraklion

Heraklion
Heraklion

Nach dem Besuch  von Knossos gab es Zeit zur freien Verfügung in Heraklion selbst. Die Stadt ist leider nicht ganz so hübsch wie Chania oder Rethymnon, lädt aber ebenfalls zu einem Spaziergang durch die Fußgängerzonen ein.

Tipp: Unbedingt das Archäologische Museum besuchen. Hier wird z.B. der sogenannte Diskos von Phaistos ausgestellt. Ein Artefakt aus minoischer Zeit, gefunden in der Stadt Phaistos (auch Festos). Bis heute wurde kein vergleichbares Objekt gefunden, weshalb auch die Schriftzeichen noch nicht entziffert werden konnten. Selbst seine Echtheit wurde schon manchmal angezweifelt.

Samaria-Schlucht (2011 -A)

Samaria-Schlucht
Samaria-Schlucht

Ein wirkliches Natur-Highlight auf Kreta ist die Samaria-Schlucht, die sich von den  Omalos-Bergen bis zum lybischen Meer hinunter zieht. Will man diese 17km lange Schlucht durchwandern, sollte man sich allerdings von der Vorstellung verabschieden, man würde eine gemütliche Wanderung im bayerischen Wald unternehmen: Nachdem uns der Bus in etwa 1.200m Höhe beim „Einstieg“ zur Schlucht abgesetzt hat, ging es im ersten Teil über unzählige teils nur angedeutete Stufen, die sogenannte „hölzerne Treppe“ (Xyloskalo) 600m nach unten. Der Weg führt durch eine dichte Bewaldung, es riecht mediterran nach Zypressen und Kiefern. Die meisten Unfälle passieren übrigens in diesem Abschnitt, den teils rutschigen „Stufen“ geschuldet.

Samaria-Schlucht
Samaria-Schlucht

Ein gutes Schuhwerk ist unerlässlich!

Kaum zu glauben, dass sich so mancher Tourist mit Flipflops oder Badelatschen auf den Weg macht. Hat man den Abstieg überstanden, empfängt einen nach etwa 7km die verlassene Siedlung, die der Schlucht ihren Namen gibt: Samaria. Hier kann man eine Pause einlegen und aus den frischen Quellen trinken. Trinken ist das richtige Stichwort: Sobald man in der Schlucht ankommt, wird die Bewaldung dünner und die Sonne unerbärmlicher.

Kri Kri Ziege Samaria-Schlucht
Kri Kri Ziege Samaria-Schlucht

Der Weg ist ab hier das ausgewaschene Flussbett selbst, das ein Vorwärtskommen anstrengend macht, da man jeden Schritt sicher setzen muss. Die Hitze tut ihr übriges. Die engste Stelle der Schlucht, und das eigentliche Highlight der Wanderung erreicht man nach etwa 4,5 Stunden: Die Eiserne Pforte, auch Sideropórta (oder Sideroportes) genannt. Der Durchgang verengt sich hier auf lediglich ca. 3m, die Felswände ragen links und rechts davon mehrere hundert (!) Meter senkrecht empor. Äußerst beeindruckend!

Sideroportes - Samaria-Schlucht
Sideroportes – Samaria-Schlucht

Hat man diese Engstelle durchschritten, erreicht man nach einer weiteren Stunde das Küstendorf Agia Roumeli. Allein diese Kombination, aus über 1.200m hohen Bergen bis an das türkisblaue Meer, macht das Durchwandern der Samaria-Schlucht zu einem einmaligen Erlebnis.

Nachdem Agia Roumeli allerdings nur über den Seeweg zu erreichen ist, muss man mit der Fähre noch nach Chora Sfakion übersetzen, wo der Bus einen wieder in Empfang nimmt.

In Summe eine sehr kräftezehrende Wanderung, immerhin hat man sich in etwa 5,5 Stunden auf 17km durch die Schlucht gekämpft. Die lange Anfahrt und die Rückfahrt noch gar nicht mitgerechnet. Wir wurden um 05:30 Uhr abgeholt und waren erst spät Abends zurück ;-)

Tipp: Gutes Schuhwerk ist das A und O, am besten Wanderstiefel einpacken. Nicht  vergessen sollte man auch elektrolythaltige Getränke, Trinkwasser ist in der Schlucht mehr als ausreichend aus frischen Quellen vorhanden. Sehr ausführlich wird die Wanderung auch im Nr.1 Kreta-Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag beschrieben. Kreta von Eberhard Fohrer, die Kreta-Referenz und generell eine absolute Empfehlung!

Kloster Arkádi -Archéa Eléftherna – Margarítes  (2017 – M)

Kloster Arkádi

Kloster Arkádi
Kloster Arkádi

Das Kloster Arkádi befindet sich in Westkreta, etwa 20km im Hinterland von Rethymnon. Mit dem Mietwagen also relativ schnell zu erreichen. Das Kloster ist in mehrerer Hinsicht sehenswert: Zum einen, weil es architektonisch und landschaftlich sehr reizvoll ist. Die Örtlichkeiten erinnern fast an Südamerika. Zum anderen, weil es für die Kreter selbst eines der wichtigsten Bauwerke ihrer Insel darstellt. Für sie ist das Kloster ein Symbol für ihren Freiheitswillen und ein Mahnmal an die Zeit der türkischen Besatzung Kretas:

Kloster Arkádi
Kloster Arkádi

Am 09.11.1866 kam es hier zur entscheidenden Schlacht zwischen dem kretischen Wiederstand und den türkischen Besatzern. Nach erbitterten Kämpfen verschanzten sich die Kreter unter der Führung von Abt Gavriíl im Pulvermagazin. Als die Türken es schaffen in das Kloster einzudringen und schließlich vor der Tür der verschanzten Kretern stehen, schießt Kóstas Giampoudákis seine letzte Kugel mitten zwischen die Pulverfässer. Dutzende Türken und sämtliche Verteidiger verlieren dabei ihr Leben.

Erst durch diese Aktion wird das restliche Europa auf den kretischen Freiheitskampf aufmerksam. Wobei es immer noch mehrere Jahre dauerte, bis schließlich Russland, Italien, Frankreich und Großbritannien eingreifen und sich die Türken von Kreta zurückziehen müssen.

Das Kloster Arkádi ist somit mehr als nur ein hübscher Ausflusgsort, sondern vielmehr das Nationalheiligtum der Kreter.

Tipp: Die beste Foto-Location ist auf der Erhöhung gegenüber der Kirche, welche man über eine Treppe rechts nach dem Eingang erreicht.

Archéa Eléftherna

Archéa Eléftherna

Unweit vom Kloster Arkádi liegen die Ruinen der dorisch-römischen Stadt Eléftherna. Die Überreste befinden sich am Ortsrand des heutigen Dorfes Archéa Elétherna, auf einem zwischen zwei Flüssen emporragenden Kalksteinkamm.

Den Mietwagen kann man am Nordende der Ortschaft bei einer (verlassenen?) Taverne stehen lassen. Ab hier beginnt der sehr steinige Weg, der bereits aus römischen Zeiten stammt. Mit einem kleinen Kind fast nicht begehbar, weshalb ich mich alleine auf eine kurze „Visite“ machte und nur bis zum Pírgos lief, dem Rest der ehemaligen römischen Befestigungsmauer. Die ganze Anlage zieht sich noch wesentlich weiter, wer sich also für solche Sehenswürdigkeiten interessiert, sollte dafür genug Zeit einplanen.

Tipp: Die Besichtigung der Anlage kostet keinen Eintritt, ist immer offen und wenig besucht. Mit guten Schuhwerk und Taschenlampe ausgestattet lädt sie auch abends zu einer Erkundungstour ein. Hier ist dann aber Vorsicht geboten!

Margarítes

Margarítes
Margarítes

Fährt man die Straße von Archéa Eléftherna in Richtung Nord-Osten weiter, erreicht man in wenigen Kilometern das kleine Töpferdorf Margarítes. Das Auto kann an mehreren Stellen geparkt werden – falls denn ein Parkplatz frei ist. Am Ortsausgang gibt es aber viele weitere Parkplätze, weshalb man sich mit der Parkplatzsuche in nächster Nähe nicht aufhalten sollte.

Danach schlendert man durch dieses wunderschöne, an einem Hand liegende Dorf. Traditionelle Töpfereien bieten ihre Waren zum Verkauf an. Wer also ein Souvenir sucht, sollte hier zuschlagen. Die Preise sind sehr günstig und die Qualität hoch. Wir waren sogar zweimal dort ;-)

Tipp: Auf dem Rückweg zum Auto die Augen offen halten nach einem Wegweiser, der zum Kloster Sotíros Christos führt. Über einige Stufen erreicht man das versteckte Juwel von Margarítes. Als Blumenparadies präsentiert sich der Innenhof des ruhigen Klosters. Bei unserem Besuch hat sich außer uns niemand dorthin verirrt. Eine Oase der Ruhe!

Palmenstrand von Préveli und Kloster Préveli (2017 – M)

Palmenstrand von Préveli

Palmenstrand von Préveli
Palmenstrand von Préveli

Den Palmenstrand von Vai kennt eigentlich fast jeder, der schon mal etwas über Kreta gelesen hat oder auf Kreta war. Den zweiten Plamenstrand in Préveli kennt dagegen kaum jemand. Schwer zu erreichen und recht ablegen liegt dieser Strand, was ihn allerdings auch deshalb sehr reizvoll macht.

Bereits die Anreise nach Préveli wird beim durchqueren der Kourtaliotis-Schlucht zu einem kleinen Abenteuer. Völlig unangekündigt türmen sich nach einer relativ scharfen Rechtskurve links und rechts die Felswände der Schlucht etwa 250m empor. Ein Parkplatz lädt zu einer kurzen Fotopause ein, allerdings macht ein scharfer Wind das Verweilen  in der Schluchtnicht angenehm. Die ganzen größeren und kleineren Steinbrocken, die überall herumliegen auch nicht – hier kommt wohl öfters mal was runter.

Direkt anfahren kann man den Strand nur über eine Schotterpiste, die ich nur mit einem Geländewagen und Ersatzreifen befahren würde ;-) Am besten man parkt auf dem dafür vorgesehen Parkplatz kurz vor dem Kloster Préveli. Von hier aus gibt es einen Fußweg hinab zum Strand. Wegen unserem kleinen Sohn sind wir jedoch nur bis zur Aussichtsplattform gelaufen, der steile Rückweg über die rutschigen Stufen wäre nur zu einem Abenteuer geworden, zumal wir nicht vorhatten am Strand zu baden. Nichtsdestotrotz ist allein die Aussicht phänomenal. Préveli liegt an der Südküste Kretas und damit am lybischen Meer. Die Landschaft wirkt hier rauer und die Sonne unerbärmlicher.

Tipp: Wer bereits am Vormittag hinfährt, sollte die Badesachen einpacken und zu diesem idyllischen Strand hinabsteigen, bevor er sich auf den Weg zum Kloster macht, das über die Mittagszeit sowieso geschlossen hat.

Kloster Préveli

Kloster Préveli

Fährt man an der Zufahrt zum Strandparkplatz vorbei, erreicht man nach wenigen Kilometern das Kloster Préveli. Ein Besuch lohnt sich allein wegen der vielen schönen Fotomotive.

Tipp: Einen Schluck aus dem Quellbrunnen im Hof unterhalb der Kirche nehmen – gemäß dem auf griechisch angebrachten Sinnspruch „Reinige deine Seele und nicht nur dein Äußeres“.

Fazit

Fotogalerie Kreta
Viele weiter Fotos findet ihr in den Kreta Alben 2011 und 2017!

Kreta als südlichste Insel Griechenlands ist nicht nur wegen dem stabilen Wetter und der vielen Sonnenstunden eine Empfehlung für den Sommerurlaub. Nein, auch für „Entdecker“ und Leute, die nicht nur am Strand liegen wollen ist Kreta ein heißer Tipp. Selbst mit kleinen Kindern lassen sich  kürzere, nicht minder interessante Ausflüge mit dem Mietwagen einrichten.

Tipp: Das Standardwerk für Kreta und ein absolutes Muss für jeden Kreta-Reisenden ist der Reiseführer „Kreta“ von Eberhard Fohrer aus dem Michael Müller Verlag.


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