Reisebericht Thassos Teil 2 – Unsere erste Reise nach Thassos begingen wir 2018 eher zufällig. Auf der Suche nach einem griechischen Reiseziel, das nicht in aller Munde war und wir noch nicht kannten, stießen wir bei der Recherche auf dieses Juwel im Thrakischen Meer. Und was soll ich sagen: Dieses griechische Eiland hat uns in ihren Bann gezogen und wir wollten unbedingt wieder hin. 2019 kam unsere kleine Tochter als Frühchen auf die Welt, weshalb wir den Sommerurlaub ausfallen ließen. 2020 – naja da kennt jeder den Grund. Hier gab es für uns zu viele Unsicherheiten, um mit zwei Kindern auf Reisen zu gehen.

Also war es 2021 endlich wieder Zeit unser „Sehnsuchtsziel“ Thassos zu besuchen. Ich kann es rein objektiv ehrlich gesagt nicht erklären, was diese Insel für uns so besonders macht. Aber schon bei unserer ersten Reise hatte wir das Gefühl von „nach Hause kommen“, obwohl wir zuvor nie dort waren. Damals waren wir v.a. im Süd-Westen, Süden und Süd-Osten unterwegs, diesmal ging es hoteltechnisch in den Nord-Osten, von wo aus wir uns viele Ortschaften und Sehenswürdigkeiten ansehen konnte, die wir 2018 noch auslassen mussten.

Fähre von Thassos nach Keramoti
Fähre von Thassos nach Keramoti

Die Anreise

Die Anreise war vergleichbar mit 2018, der einzige Unterschied bestand darin, dass wir einen Flughafentransfer gebucht hatte und den Mietwagen erst auf Thassos anmieteten. Problematisch mit den Mietwägen ist ja immer die Unsicherheit, welches Auto man am Ende bekommt und die Tatsache, dass man ab Flughafen Kavala nur Autos bis Golfklasse bekommt und dann erst wieder 7-Sitzer à la VW Transporter – zu einem ordentlichen Preis versteht sich. Vier Personen + Gepäck + ein zu kleiner Kofferraum = dezentes Transportproblem. Also diesmal lieber Bustransfer. Das hat zwar reibungslos funktioniert, ist aber leider immer mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden. Z.B. war der Bus total voll und wir bekamen gerade so noch einen Platz – mit zwei kleinen Kindern auch nicht optimal. Richtig ätzend wurde die Rückreise: Um die Busse auszulasten wurden wir bereits um 05:00 Uhr (!) morgens für einen Flug um 10:00 Uhr (!) Vormittag abgeholt. Wohlgemerkt für eine Transferdauer von ca. 90 Minuten vom Hotel bis zum Flughafen 😉 So saßen wir also zweieinhalb Stunden am Flughafen und mussten die Zeit totschlagen. Als Erwachsener schon nicht der Hit, für zwei Kinder dreimal nicht. Beim nächsten mal dann also wieder Mietwagen.

Möwen begleiten die Fähren in der Hoffnung auf Fressbares
Möwen begleiten die Fähren in der Hoffnung auf Fressbares

Spätestens sobald man in Keramoti auf die Fähre geht und gen Thassos losfährt, steigt die Vorfreude. Leider war das Wetter nicht optimal, da es einen Tag zuvor einen starken Sturm gab. Wir hatten noch starken Wind, bewölkten Himmel und sehr frische Temperaturen. Aber das konnte das besagte Gefühl des „nach Hause Kommens“ nicht schmälern, als die Silhouette der grünen Insel im näher kam und immer größer wurde. Wie haben wir dich vermisst, du grünes Juwel der Ägäis! Angekommen im Hafen der Inselhauptstadt Limenas waren es nur noch 10 Minuten mit dem Bus zu unserem Hotel.

Unser Hotel: Makryammos Bungalows

Für unseren zweiten Aufenthalt auf Thassos haben wir uns das wundervolle (aber nicht günstige) Hotel Makryammos Bungalows ausgesucht. 1965 erbaut, zählt die Anlage zu einem der schönsten in die Natur integrierten Hotels in ganz Griechenland. In den letzten Jahren wurde die gesamte Bungalow-Anlage und auch das Haupthaus saniert und modernisiert. Die wundervolle Natur ringsum wurde dabei bewahrt. Die Bungalows verteilen sich an einem stark mit Kiefern und Sträuchern bewaldeten Hang, kleine Fußwege führen von den Bungalows zum Strand bzw. zum Haupthaus und dessen Einrichtungen (Restaurant etc.). Die Bungalows des 4-Sterne-Hotels gibt es in verschiedenen Ausführungen, wir selbst hatten einen sehr schönen, großen Familienbungalow „Superior Family Suite„.

Makryammos Bungalows - Bungalows und Pfaue
Makryammos Bungalows – Bungalows und Pfaue

Richtig besonders macht Makryammos Bungalows aber die einmalige Lage an der gleichnamigen Bucht von Makryammos. Thassos hat unzählige Strände, jeder hat seinen eigenen Charakter. Und Makryammos ist wohl einer der schönsten der ganzen Insel. Makryammos befindet sich unweit von Limenas hinter einer Anhöhe im Nord-Osten der Insel. In Griechenland sind alle Strände öffentlich und damit für jedermann zugänglich. Auch wenn ein Hotel direkt dort gebaut wurde und man denken könnte, es wäre ein reiner Hotelstrand. Nur aufgrund der Corona-Auflagen hat man sich dazu entschieden, den Strand nur für Hotelgäste zu öffnen. Schade für alle anderen, gut für uns: Liegen und Schirm kosteten keine Gebühr, kein Trubel am Strand, der v.a. für Kinder ideal ist: Sehr flach abfallendes Meer, man kann ziemlich weit hinauslaufen, bevor es richtig tief wird. Dazu feiner Sandstrand, perfekt für Sandburgen 😉

Das Hotel können wir uneingeschränkt empfehlen: Sehr nettes, zuvorkommendes Personal, sehr gutes Essen (Halbpension), gepflegte Anlage. Achja, für den ein oder anderen (inkl. mir selbst) sehr wichtig: Die WLAN-Abdeckung ist ausgezeichnet und der Internetzugang hervorragend. Ob Strand oder Bungalows – das kostenlose Hotel-WLAN ist überall verfügbar. Makryammos Bungalows ist eine volle Empfehlung (Spoiler: 2022 kommen wir wieder).

Makryammos Bungalows - Strand und Landschaft
Makryammos Bungalows – Strand und Landschaft (Klick für große Ansicht)

Marble Beach Porto Vathy

Thassos ist seit Jahrhunderten bekannt für seinen Marmor, der auch heute noch in einigen Steinbrüchen v.a. im Osten der Insel abgebaut wird. Hier ist die Insel stark bewaldet und sehr bergig und bietet einen einmaligen Kontrast zum türkisblauen Meer, das in zahlreichen Buchten zum Baden einlädt.

Marble Beach - Porto Vathy
Marble Beach – Porto Vathy

Eine Besonderheit sind Marble Beaches, künstlich angelegte Strände, von den Steinbruchbetreibern mit Markuskies und Sand aufgeschüttete Strände unweit der Marmorsteinbrüche. Der teils schneeweiße Sand und Kies ergibt mit dem Meerwasser ein wunderschönes Farbenspiel.

Einer dieser Strände ist Porto Vathy, der deutlich günstiger ist als der unweit gelegene eigentliche Marble Beach. Wie der Name Porto Vathy vermuten lässt ist hier auch ein kleiner Verladehafen für den Marmorkies. Große Kipper bringen in regelmäßigen Abständen den Kies aus den Bergen zum Hafen und Schütten ihn dort auf große Halden. Das ganze spielt sich weit genug vom Strand ab und stört nicht weiter, macht den Strand aber wohl etwas günstiger. Zu unserem Zeitpunkt kosteten die Liegen nichts, man musste nur was aus der Strandbar konsumieren, was wir so oder so getan hätten. Im Gegensatz zu den natürlichen Stränden sind die Marble Beaches aber reine Privatstrände, weshalb hier die „Besucherregeln“ von den Betreibern gemacht werden.

Marble Beach - Porto Vathy
Marble Beach – Porto Vathy

Um die Strände zu erreichen, biegt man von Limenas kommend, kurz vor der Pforte von Makryammos Bungalows nach rechts in eine unbefestigte Schotterstraße ab. Achtung: Teilweise kommen einem 40-Tonner entgegen, die große Marmorblöcke abtransportieren. Wirklich schnell ist man aber hier dank massiver Schlaglöcher und Unebenheiten eh nicht unterwegs.

Viele Mietwagenanbieter verbieten übrigens die Fahrt auf solch unbefestigten Straßen, weshalb wir uns bewusst für einen Geländewagen, einen Suzuki Jimny, entschieden haben.

Wir fanden den Strand toll und wir denken, man sollte einen der Marble Beaches mal gesehen haben, wenn man auf Thassos ist, allerdings würden wir deshalb nicht noch einmal einen (deutlich teureren) Geländewagen mieten. Dafür gibt es auf Thassos einfach viel zu viele wunderschöne Strände, die mit jedem normalen PKW erreichbar sind.

Das Bergdorf Panagía

Unweit von Limenas liegt direkt an der Ringstraße das Bergdorf Panagía. Es ist eines der ursprünglichsten und ältesten Dörfer auf Thassos. Es schmiegt sich in eine vom Meer uneinsehbare Senke am Osthang des Ipsarion-Massivs und liegt auf einer Höhe von gut 220m.

Panagía - Marienkirche
Panagía – Marienkirche

Wer auf Thassos verweilt, sollte auch Panagía besuchen, das neben Theológos noch einen authentischen Eindruck vom ursprünglichen Inselleben vermittelt. Durch verwinkelte Gassen führt der Weg vorbei an schiefergedeckten Häusern hinauf zur Marienkirche von 1831. Der Innenhof und die Kirche selbst sind definitiv einen Besuch wert.

Unweit der Marienkirche befinden sich auch die „Drei Quellen“. Gespeist von rauschendem kristallklarem Quellwasser aus den Bergen, holt sich hier der ein oder andere Dorfbewohner auch sein Trinkwasser. Ein schöner Platz zum Verweilen, beschirmt von riesigen Platanen.

Wer gerne authentische Souvenirs aus seinem Urlaub mitbringt, dem sei ein Besuch der Töpferei „Argilos“ unweit der Marienkirche empfohlen: Hier findest man sehr geschmackvolle Töpferwaren, von Geschwirr bis hin zu Schmuckartikel. Und manchmal kann man dem Töpfer und Eigentümer Apóstolos auch bei seiner Arbeit mitten im Laden zusehen.

Apóstolos, der Töpfer von "Argilos"
Apóstolos, der Töpfer von „Argilos“

Wer Hunger bekommt, kann sich in Panagía mit Gebäck aus einer Bäckerei versorgen oder er kehrt in einer der vielen Tavernen ein. Sehr zu empfehlen ist das Grill-Restaurant Elena direkt im Ortszentrum an der Hauptstraße. Hier gibt es allerlei vom Grill, inklusive dem sehr traditionellem „Kokoretsi“. Aber auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten z.B. mit verschiedenen Grillgemüsen.

Der Vorteil Panagías wird aber gleichzeitig auch zum Nachteil: Die Inselrundstraße führt direkt durch das Dorf, was für Busse und LKW manchmal verzwickt wird, wenn der Gegenverkehr kommt. Auch Parkplätze sind Mangelware. Am besten am Ortseingang bzw -ausgang parken.

Direkt an der Hauptstraße liegt übrigens auch die Ölmühle Sotirélis, neben einer kleinen Ausstellung wie Olivenöl produziert wird, gibt es im Laden auch allerhand Oliven(öl)produkte zu kaufen. Hier findet sich sicherlich das ein oder andere authentische und nützliche/essbare Souvenir.

Potamiá

Ein kleines Nachbardorf in der Nähe von Panagía ist Potamiá, liegt ebenfalls im bewaldeten Berghang des Ipsarion-Massivs, nur etwas tiefer. Das Dorf selbst ist Ausgangs-/Endpunkt mancher Wanderrouten und hat das Polygnotos Vagis Museum zu bieten. Polygnotos Vagis war ein New Yorker Bildhauer, der aus Potamiá stammte und dort auch begraben wurde. Das Museum stellt einige seiner Werke aus. Leider schafften wir es aufgrund eines Wolkenbruches nicht zum Museum und sind schließlich „nur“ in der Taverne O Platons gelandet. Die Taverne könnte traditioneller nicht sein. Hier sitzen Einheimische und (Wander)Touristen. Dimítris und Eléni servieren hier mit griechischer Gelassenheit sehr gute Grill- und Ofengerichte. Uns hat es hier sehr geschmeckt.

Taverne O Platanos
Taverne O Platanos

Liménas

… oder auch Thassos Stadt bzw. Liménas Thasou ist der Hauptort der Insel Thassos. Liménas in eine kleine quirlige Hafenstadt mit gut 3.000 Einwohner. Hier legen die Fähren an, die aus Keramotí kommen und legen natürlich auch von hier gen Festland ab. Der kürzeste Weg also um nach Thassos zu kommen. So gut wie jeder Thassos-Urlauber wird also Liménas schon gesehen haben – zumindest den Hafen.

Bei unserer ersten Thassos-Reise 2018 hatten wir leider nicht die Gelegenheit die Stadt zu erkunden, was wir nun aber unbedingt nachholen wollten. Liménas ist ein wahrliches Freilichtmuseum. Hier gibt es immer wieder zwischen den Häusern antike Ruinen, die auch mit Erklärungen beschildert sind. Teilweise sind Zäune und Schilder etwas verfallen, die antiken Relikte aber unverändert interessant.

Da wir leider mit dem Wetter nicht so viel Glück hatten, nutzen wir einen sehr bewölkten und kühlen Tag für die Besichtigung der weitläufigen antiken Agorá und des archäologischen Museums. Die Agorá kostet keinen Eintritt und man kann selbst darin herumschlendern. Es ist zwar eine Infotafel am Eingang, ein guter Reiseführer (MM Thassos und Samothraki) lohnt sich aber für weitere Erläuterungen.

Antike Agorá von Liménas
Antike Agorá von Liménas

Ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten jeden Stein zu beschreiben, das kann ein Reiseführer deutlich besser. Ich verweise besser auf den Satz „Bilder sagen mehr als tausend Worte“. Eins vielleicht noch: Aufpassen bei den riesigen Platanen im hinteren Bereich. Diese hängen über und über voller Bienen- bzw. Wespennester – so genau konnte ich das nicht sehen und wollte dort auch nicht zu lange verweilen 😉

Archäologisches Museum Liménas
Archäologisches Museum Liménas

Wirklich interessant und absolut einen Besuch wert, ist das kleine, aber feine archäologische Museum gleich gegenüber der Agorá. Hier werden Fundstücke von der ganzen Insel ausgestellt und zeigen, wie wichtig Thassos bereits in der Antike war. Das Museum ist gegliedert nach den einzelnen Epochen, von der Frühzeit über die Antike, bis hin zur frühen Christianisierung. Wie gesagt, wer für solche Museen etwas übrig hat, sollte sich die Ausstellung unbedingt ansehen. Auch die Fotografien von den ersten Ausgrabungen im 19. Jahrhundert vermitteln einen Eindruck, wie das Leben früher auf Thassos war.

Aliki

Wir nutzten das „schlechte“ Wetter und fuhren nach unserer kleinen Liménas-Tour zu einem unserer Lieblingsorte auf Thassos: Aliki. Bereits 2018 fanden wir diesen Ort toll und wollten unbedingt wiederkommen. Nirgendwo anders ist Thassos so komprimiert vorhanden, wie hier: Kristallklares Meer, das an zwei Strände brandet. Ein Kiefernwald, der einen antiken Marmorsteinbruch umgibt, antike Ausgrabungsstätten und Ruinen frühchristlicher Basiliken. Und das alles auf einer kleinen Halbinsel, die man über einen Rundweg erkunden kann. Bei sommerlichen Wetter lässt sich hier im Anschluss wunderbar baden und in einer der Tavernen köstlich Speisen. Wie 2018 besuchten wir auch dieses mal wieder die Taverne „Beautiful Alice“ und waren auch dieses mal wieder begeistert – die negativen Bewertungen im Internet können wir jedenfalls nicht nachvollziehen.

Aliki - Antiker Marmorsteinbruch
Aliki – Antiker Marmorsteinbruch

Am besten man beginnt den Rundweg beim offiziellen Eingang der Ausgrabungsstätten. Dieser sieht nur aus wie eine Kasse, Eintritt wird hier nicht verlangt – zumindest weder im Juni 2018 noch im September 2021. Nach ein paar Metern trifft man bereits auf einen römischen Sarkophag, kurz darauf das antike Doppelheiligtum. Werft mal einen Blick auf den besonderen Stamm des Olivenbaums der dort steht.

Weiter geht es den Berg hinaus zur Kulthöhle, die möglicherweise Apoll geweiht war. Eigentlich sieht man nur ein Loch im Boden 😉 Interessanter wird es auf der Anhöhe, wo man die Ruinen zweier frühchristlicher Basiliken findet. Achtet auf die Details, hier gibt es einige Steine und Säulenreste mit Inschriften und Figuren. Geht man weiter Richtung Meer, erkennt man bereits die ersten Reste der antiken Marmorsteinbrüche: Rechteckige Abbauspuren, die bis ins Meer hinabreichen – früher war der Meeresspiegel deutlich niedriger. Die ganze Küste von Aliki ist übersäht mit solchen antiken Spuren. Weiter südlich kann man auch ohne Probleme hinabsteigen und es sich bei sommerlichen Temperaturen in den kleinen „Pools“ gemütlich machen.

Bucht von Aliki
Bucht von Aliki

Kurz vor dem Ende des Rundweges im Norden gibt es noch eine kleine Felsen- bzw. Höhlenkirche. Ein Blick und eine stille Minuten lohnen.

Aliki – eine Schönheit in sich. Auch so ein Grund, wieso wir Thassos so gerne mögen. Auch so ein Ort an den man gerne wieder kommt.

Kastro von Liménas

Wie bereits erwähnt, hat Liménas allerhand antiker Sehenswürdigkeiten zu bieten, von denen sich die meisten recht zentral befinden. Etwas abseits auf der Anhöhe über Liménas befindet sich eine weitere interessante Örtlichkeit: Die alte mittelalterliche Burgruine (Kástro) von Liménas, die Überreste eines Athenatempels und eines Panheiligtums. Das ganze inmitten von Kiefern, Kermeseichen und Wildkräutern.

Fußweg zum mittelalterlichen Kastro
Fußweg zum mittelalterlichen Kastro

Erreichen lässt sich die Anhöhe über mehrere Wege: Über den Laternenpfad nahe der antiken Agorá, über eine antike Felstreppe im Süden oder über eine steile Straße unweit von Makryammos Bungalows. Letzteres haben wir versucht, da wir unserem Jimny hatten. Den Weg habe ich rein zufällig über Satellitenaufnahmen entdeckt. Ca. 250m nachdem die Straße zu einer Schotterpiste wurde, erreicht man einen scharfen Rechtsknick der Straße. Hier kann man das Auto stehen lassen und gerade aus dem Trampelpfad folgen. Nach etwa 15 Minuten befindet man sich auch schon kurz vor dem Athenatempel und hat die Anhöhe damit erreicht. Aber Vorsicht: Ohne Geländewagen ist diese Straße nicht machbar, dafür war sie bei uns viel zu sehr ausgespült und mit Schlaglöchern übersäht.

Oben angekommen wird man mit einem wunderschönen Weitblick über Liménas belohnt. Das Gebirgsmassiv Thassos‘ im Hintergrund und das Festland auf der anderen Seite. Und das beste: Wir waren die meiste Zeit alleine dort. Ein echter Geheimtipp also.

Blick über Liménas
Blick über Liménas

Kazavíti

Die beiden Bergdörfer Mikró und Megálo Kazavíti liegen unweit von Prínos im bergigen Hinterland im Nordwesen der Insel. Zwei Dinge machen v.a. Megálo Kazavíti so besonders und besuchenswert: Die Lage und die Architektur der Häuser. Als Schutz vor Piraten erbauten die Einwohner ihre Steinhäuser in den Berghang wie Schwalbennester. Diese werden erst sichtbar, wenn man die Straße von Mikró Kazavíti auf Megálo Kazavíti zufährt. Ein toller Anblick, die Steinhäuser Mitte im Bewaldeten Berghang.

Megálo Kazavíti
Megálo Kazavíti

In den 1950er Jahren verließen viele Einwohner das Dorf und zogen an die Küste nach Prínos. Viele der wunderschönen alten Häuser verfielen. Allerdings hatten viele Deutsche ein Faible für das Dorf und kauften den Einheimischen einige Häuser ab und sanierten diese. Heute leben wieder einige Thassioten hier, neben Deutschen, die hier ihren Feriensitz haben.

Am zentralen Platz gibt es eine Taverne, die Tischen stehen um eine uralte riesige Platane mit hohlem Stamm. Ein Spaziergang durch die Gassen lohnt: Im Herbst findet man die ein oder andere Walnuss, die gerade vom Baum fiel während man die teils verfallenen und daneben die wunderschön hergerichteten Häuser bewundert. Am Horizont sieht man das Meer und man kann sich vorstellen, wie angenehm es hier wohl im Sommer sein muss: Keine 15 Minuten mit dem Auto zum Baden an den Strand, aber geschützt vor der Hitze. Da spielt man gleich mit dem Gedanken, wie es wohl wäre, hier sein eigenes Häuschen zu haben 🙂

Achja: Thassos kennt alle vier Jahreszeiten und so ist den Bewohnern von Kazavíti ordentlich Schnee nicht Unbekanntes. Auch das macht Thassos so interessant.

Fazit

Was soll ich sagen. Thassos ist und bleibt unser Lieblingsziel in Griechenland. Auch 2022 werden wir wieder hierher kommt und uns beim Gefühl ertappen, wir wären nach Hause gekommen. Thassos ist keine Partyinsel, bietet aber viel Ursprünglichkeit, eine tolle Natur und furchtbar nette Einwohner. Das Klima ist gemäßigter, die Strände sind abwechslungsreich und wunderschön. Dazu gutes Essen und viele Ausflugsziele. Was braucht man mehr für einen erholsamen Urlaub in Hellas?

Zum Schluss noch ein kulinarischer Hinweis: Thassos ist bekannt für seinen Honig und sein (Bio-)Olivenöl, unbedingt probieren!

Und wie immer der Tipp für einen sehr guten und ausführlichen Reiseführer: Thassos & Samothraki aus dem Michael Müller Verlag.

Sonnenaufgang über Keramoti
Bis zum nächsten Mal, wir kommen wieder!