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In meiner Fotografie nutze ich so gut wie immer das vorhandene Licht. Trotzdem kommt es doch hin und wieder mal vor, dass man z.B. Portraits fotografiert, bei denen man um einen Blitz nicht oder nur kaum herum kommt.

Einen internen Blitz findet man an keiner (?) Fujifilm X-Kamera, an meiner X-Pro 2 sowieso nicht. Das ist auch nicht weiter tragisch, da die internen Mini-Blitze sowieso nichts taugen. Bei meiner Nikon habe ich noch einen einfachen Metz Aufsteckblitz benutzt, der hin und wieder eingesetzt wurde, wenn man mobil sein musste – z.B. Taufen in halb-dunklen Kirchen.

Ich fing dann auch mal an zu experimentieren und habe mir so kleine Softboxen für den Aufsteckblitz zugelegt. Resultat eher „naja“ – wie auch zu erwarten war.

Für die X-Pro 2 wollte ich dann bei einer Neuinvestition dann eher auf entfesseltes Blitzen setzen und musste feststellen, dass es gar nicht so viele Hersteller gibt, die Fujifilm vernünftig unterstützen – v.a. dann nicht, wenn es auch um TTL oder HSS geht.

Nach etwas Sucherei bin ich dann auf Godox gestoßen, ein chinesischer Hersteller, der preiswerte und zugleich hochwertige Produkte im Blitzsegment anbietet. Für entfesseltes Blitzen gibt es hier zwei Transmitter, die mit Fujifilm funktionieren: Der X1 und der XPro (mehr Funktionen, neuer).

Godox XPro-F an Fujifilm X-Pro2
Godox XPro-F an Fujifilm X-Pro2

Ich habe mich dabei für den XPro entschieden und dazu einen Studioblitz (Godox SK300II) gewählt, mit dem der XPro direkt über das eigene 2.4G Wireless X System kommunizieren kann.

Da ich noch kein Lampenstativ und Lichtformer hatte, habe ich meine „Blitz-Grundkonfiguration“ gleich noch um eine Softbox (Phot-R 120cm Octagonal mit Grid) mit Bowens-Anschluss und ein vernünftiges Lampenstativ (Manfrotto Master AC) erweitert. Ich kann euch nur empfehlen, beim Stativ nicht zu sparen: Der Studioblitz + Softbox hat sein Gewicht, das vernünftig getragen werden will. Billige Stative neigen dazu, den Blitz nicht in einer Schräge halten zu können und (langsam) nach vorne zu kippen. Das Manfrotto Master AC steht dagegen wie angemeißelt und hat noch einen großen Vorteil: Die Auszüge sind luftgefedert, d.h. wenn man den Blitz zur Demontage oder für die Änderung des Beleuchtungsszenarios runter fährt, dann rauscht der Auszug nicht einfach runter, sondern wird gedämpft. Sehr equipment- und fingerschonend 😉

Erfahrungen aus der Praxis

Als erstes habe ich dem Godox XPro-F eine neue Firmware verpasst, da im Auslieferungszustand eine alte vorhanden war. Blöderweise braucht man ein Upgrade Tool, das nicht unter Linux funktioniert. Das Tool und die FW findet man unter http://www.godox.com/EN/Download.html

Der Transmitter hat einen großen Funktionsumfang und kann natürlich mehrere Blitze (Gruppen) etc. ansteuern. Die Menüführung und Einstellungen sind recht gut im Handbuch erklärt und man findet sich schnell zurecht. Vorteilhaft am XPro-F ist einfach die Bauart bzw. Baugröße: Selbst an einer so kompakten Kamera wie die X-Pro 2 ist der Transmitter angenehm positioniert und stört nicht beim Fotografieren.

Godox XPro-F an Fujifilm X-Pro2
Godox XPro-F an Fujifilm X-Pro2

Mit dem Godox SK300II arbeitet der XPro-F sehr gut zusammen, man muss eigentlich nichts machen, als beide Geräte einschalten, die Verbindung wird automatisch aufgebaut. Das einzige, was mir bei einem etwas längeren Shooting aufgefallen ist, dass – aus welchem Grund auch immer – der XPro-F den Blitz nicht mehr ausgelöst hat, wenn ich ein Foto geschossen habe. Kann an der Kamera oder dem Blitz liegen oder eben am Transmitter. Überhitzt sollte nichts sein, da sich der Blitz direkt über den Auslöseknopf hat betätigen lassen. Erst nach einer gewissen „Ruhezeit“ wollte dann der Transmitter wieder. Etwas ärgerlich und irgendwie nicht nachvollziehbar.

Ansonsten finde ich die Kombination für den Einstieg super, auch preislich noch in einer leistbaren Liga. Nur beim Blitz sollte man aufpassen: Der SK300II hat 300Ws Leistung, die sich leider nicht weit genug runter regeln lässt, um den Blitz auch bei kleineren Setups zu benutzen. Ich habe extra den kleineren Blitz gewählt, da ich sowas schon vermutet hatte. Mit der großen Phot-R Softbox lässt sich das Licht aber so weit abschwächen, dass es gerade so noch akzeptabel ist.

Godox SK300II
Godox SK300II

Natürlich gibt es bei Godox sämtliche Leistungsstufen an Blitzen, auch interessante Aufsteckblitze wie den TT685F oder den V860II-F. Einen Blick sollte man auch auf den kompakten akkubetriebenen AD200 oder den neuen V1-F. Bei Godox findet man einfach eine große Auswahl an Blitzen, die mit Fujifilm Kameras zusammenarbeiten und funktionieren. Und das so einem annehmbaren Preis, der auch für Hobbyfotografen oder Selten-Blitzer interessant ist.

Transparenz/Werbung
Das Blitzzubehör von Godox, das Manfrotto-Stativ und mein Fujifilm Equipment habe ich selbst gekauf und wurde nicht unterstützt.

Ich schreibe nur Testberichte und Reviews über Dinge, die mich selbst interessieren und für die ich einen Einsatzzweck bei mir sehe.

Meine Testberichte/Reviews sind immer völlig subjektiv und werden in keinster Weise von dritten beeinflusst. Was ich schreibe ist meine ehrliche und unverfälschte Meinung, darauf könnt ihr euch verlassen!

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