Erfahrungsbericht: Wandbilder von ZOR.com

Lesedauer: 6 Minuten

Erfahrungsbericht/Test: Wandbilder von ZOR.com – Normalerweise lasse ich meine Wandbilder auf Alu-Dibond von Saal-Digital drucken. Ganze 5 Stück hängen davon bereits im Haus, das größte davon ist 160cm x 40cm, über das ich bereits einen kleinen Erfahrungsbericht/Test geschrieben habe – nachzulesen gibt es den Bericht HIER. Alu-Dibond finde ich grundsätzlich eine tolle Möglichkeit, seine Bilder an die Wand zu bringen: Leicht, aber trotzdem robust, tolle Schärfe und schöner Kontrast. So kenne ich es eben von Saal-Digital.

Wandbilder – Individueller Wandschmuck hat(te) seinen Preis

Wermutstropfen an der ganzen Sache ist der Preis: Ein 40x60cm Bild kostet bei allen Anbietern (Saal-Digital, Whitewall, usw.) um die 45€. Hier kommen dann noch eine Wandhalterung und die Versandkosten hinzu. Schnell liegt dann so ein Bild bei etwa 60€. Hat man noch einige weiße Wände (so wie ich) und würde gerne Bilder von tollen Reisen aufhängen, wird das ganze ein sehr teurer Spaß.

Seit kurzem lese ich aber auf diversen Blogs – meistens Foto-Blogs – gesponserte Testberichte von ZOR.com. Bei gewegner.de bin ich das erste mal über diesen Anbieter gestolpert. Zuerst dachte ich: „Ach ne, nicht schon wieder ein Wandbild-Anbieter, gibt doch eh schon genügend, die tolle Qualität liefern„.

Aber: Womit sticht man aus der Masse, wenn der Markt schon mit vielen Wettbewerbern besetzt ist: Richtig, man etabliert sich über den Preis! Und beim Preis muss man bei ZOR.com wirklich zweimal hinsehen: Das besagte 40x60cm Bild kostet hier nicht 45€ in der Alu-Dibond-Ausführung, sondern lediglich 16€ (!). OK, das ist wirklich eine Kampfansage!

Format- und Oberflächenauswahl

Und wo ist der Haken an der Sache? Gibt es eigentlich nicht, bis auf die Tatsache, dass ZOR.com in Belgien seinen Sitz hat und auch dort produziert. Das macht den Versand etwas teurer und den Transport etwas länger. Auch noch erwähnenswert ist die Tatsache, dass es bei ZOR.com lediglich Wandbilder gibt und nicht das breite Produktspektrum von Fotoabzügen und Fotobüchern, bis hin zu Wandbildern, wie bei anderen Anbietern.

Besucht man ZOR.com sollte man die Sprache auf Deutsch umstellen, außer man ist dem Französischen mächtig 😉

Homepage von ZOR.com

Homepage von ZOR.com

Zur Auswahl stehen also momentan 3 Oberflächen: Alu-Dibond, Acryl und Forex. Nicht lieferbar bzw. bestellbar ist im Moment anscheinend die Leinwand. Letzteres ist für mich aber sowieso nicht interessant.

Nur um ein Gefühl zu bekommen, von welcher Preisspanne bei ZOR.com zu rechnen ist:

  • Zor-Alu (Alu-Dibond): XS (30 x 20 cm) = 3,99€, XL (120 x 80 cm) = 61,99€
  • Zor-Glass (Acryl): XS (30 x 20 cm) = 3,99€, XL (120 x 80 cm) = 77,99€
  • Zor-Ex (Forex): XS (30 x 20 cm) = 2,99€, XL (120 x 80 cm) = 44,99€

Bei den Preisen muss man – zumindest ich – immer zweimal hinsehen, wenn man weiß, was normalerweise für solche Bilder abgerufen wird. ZOR.com schreibt neben ihren Preisen auch die Konkurrenzpreise, die durchschnittlich sicherlich passen.

Die niedrigen Preise können wahrscheinlich durch die starke Begrenzung auf Wandbilder und eine ebenfalls eingeschränkte Formatauswahl (max. 120cm Breite) erreicht werden. Hohe Stückzahlen im Druck also.

Bestellvorgang und Lieferung

Ich habe mir also ein paar Urlaubsfotos rausgesucht, die ich gerne gedruckt haben wollte. Unter mein Panorama-Wandbild der drei Maya-Pyramiden wollte ich von Anfang an weitere Mexiko-Bilder hängen, mehrere kleinere Bilder auf der Breite des großen Bildes. Dies war der Grund weshalb ich 5 Stk. Alu-Dibond in 20×30 cm ordern wollte, dazu noch ein weiteres Alu-Dibond-Bild in 30×45 cm und „zum Test“ ein Bild 40x60cm auf Acryl/Plexiglas.

Die Bestellung gestaltet sich recht einfach, man lädt das gewünschte Foto hoch, wählt das Format und die Oberfläche und legt es in den Warenkorb. Was allerdings nicht möglich ist, ist das Hochladen von PDF-Dateien, was ich bei Saal-Digital gerne nutze, um mit Scribus erstellte Bilder drucken zu lassen. Die Funktionen der Seite sind sehr einfach gehalten und an manchen Stellen fehlt auch die saubere Übersetzung, man findet immer mal wieder französische „Fetzen“, was aber nicht weiter tragisch ist.

Beim Versand steht nur der Dienstleister DPD zur Auswahl, allerdings kann man hier entscheiden, ob man das Paket nach Hause geliefert bekommen will, oder ob man es in einer DPD-Station abholen möchte. Nachdem die Lieferung nach Hause aber etwa doppelt so teuer war, habe ich die DPD-Station gewählt und somit für meine Bestellung 8€ Versand bezahlt. Für die Lieferung aus Belgien wirklich vertretbar!

In Summe habe ich also 5Stk. 20x30cm, 1Stk. 30x45cm Alu-Dibond und 1Stk. 40x60cm Acryl für sage und schreibe 57,92€ inkl. Versandkosten bestellt. Dafür bekommt man beim Wettbewerb oft nicht mal ein einziges Bild.

Momentan liest man auf der ZOR.com-Seite, dass die Produktionszeit 10 Tage beträgt, weshalb ich mich auf eine etwas längere Lieferzeit gefasst machte. Am Ende ging meine Bestellung aber bereits nach 6 Werktagen auf Reise. Donnerstag verschickt und am Montag war die Lieferung bereits zur Abholung bereit. Da kann man nicht meckern.

Verpackung und (Druck-)Qualität der Bilder

Jetzt aber zum spannendsten Teil meines Test. Billig ist das eine, aber sind die Wandbilder auch von der Durckqualität und der Verarbeitung annehmbar? Passt die Verpackung und haben die Bilder es sicher von Belgien zu mir nach Passau geschafft?

ZOR.com: Verpackung

ZOR.com: Verpackung

Die Verpackung schien stabil und OK, keine Beschädigungen waren erkennbar. Die Bilder wurden sauber in Folie verpackt und die Ecken/Kanten mit Schaumstoffklötze geschützt. Soweit so gut. Einziger Minuspunkt – und den haben andere Tester auch bemängelt: Die Schaumstoffklötze ermöglichen ein Durchbiegen des Bildes in der Mitte, weshalb auch das große Acrylbild in der Mitte leicht durchgebogen ist, was aber an der Wand nicht wirklich auffällt.

ZOR.com: Verpackung

ZOR.com: Verpackung

Die Alu-Dibond-Bilder sind in ihrem Druck wirklich spitze, hier konnte ich keinen Unterschied zu Saal-Digital feststellen. Schärfe, Farben, Kontrast, etc. alles bestens. Einziger Kritikpunkt ist die Schnittqualität an den Kanten des Alu-Dibonds: Diese ist teilweise recht „wellig“ bzw. „riffelig“, sieht aus, als wäre nicht geschnitten, sondern gestanzt worden. Schwer zu beschreiben, auf den Fotos seht ihr es besser. Hier liefert Saal-Digital im Gegensatz dazu völlig saubere, glatt geschnittene Kanten.

Zor-Glass: Acryl Wandbild

Zor-Glass: Acryl Wandbild

Das Acrylbild fällt im ersten Moment v.a. durch seinen penetranten Geruch auf. Im Gegensatz zu den Alu-Dibonds ist nicht die Rückseite mit einer Schutzfolie versehen, sondern die Vorderseite. Klar, die Acryl-Platte wird rückseitig bedruckt. Auch hier ist der Druck super, lediglich zu den Kanten hin gibt es winzige Fehlstellen, die aber nur auffallen, wenn man ganz nah ran geht. Die Kanten sind hier übrigens sauber und glatt geschnitten.

Übrigens bilde ich mir ein, dass das Acrylbild

Zor-Alu: Wandbild auf Alu-Dibond

Zor-Alu: Wandbild auf Alu-Dibond

etwas zu dunkel ist. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, kann sich von ZOR.com die entsprechenden ICC-Dateien für einen Softproof herunterladen.

Aufhängung

Die Aufhängung von ZOR.com habe ich nicht mitbestellt, diese fand ich zum einen unverhältnismäßig teuer und zum anderen irgendwie nicht vertrauenerweckend. Ich verwende lieber stinknormale Spiegelbleche, wie sie andere Anbieter als „Standard-Aufhängung“ verkaufen. Gibt es auch bei Amazon zu einem vernünftigen Preis.

Aufhängung mit Spiegelblechen

Aufhängung mit Spiegelblechen

Fazit

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass ZOR.com Wandbilder mit einer Durckqualität liefert, die sich nicht hinter denen von teureren Anbietern, wie Saal-Digital, verstecken müssen. Die etwas besser gearbeiteten Kanten sind aus meiner Sicht jedoch nicht den Mehrpreis deutscher Anbieter wert. Wer also gerne ein Wandbild auf einer der Standardoberflächen (Alu-Dibond, Acryl, Forex) mit einem Maximalmaß von 120×80 cm drucken möchte, dem kann ich ZOR.com durchaus ans Herz legen.

Übrigens: Im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern wurde ich von ZOR.com nicht gesponsert, ich habe aus reinem Interesse die Bestellung aufgegeben und selbst bezahlt 🙂

Welche Erfahrung habt ihr mit ZOR.com oder anderen Anbietern gemacht? Ich freue mich auf ein Feedback in den Kommentaren! 🙂

 

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Update Dezember 2017

Für die neu gestaltete Wohnzimmerwand sollte ein großes Bild angeschafft werden, das über den „schwebenden“ Lowboard hängen sollte. Ich ging diesmal in die Vollen und habe ein XXL-Acryl-Bild mit den Maßen 120x80cm anfertigen lassen (bekanntlich das größte Maß, das Zor.com fertigt). Als Motiv wählte ich ein Schwarz-Weiß-Foto des Eiffelturms, das ich auf unserer Paris-Reise 2013 geschossen hatte. Die Produktion des Bildes ging relativ schnell, nach etwa 4 Tagen ging das Wandbild auf Reise. Allerdings dauerte diesmal die Lierung verhältnismäßig lange, etwa 5 Tage. Am Ende kam das Bild aber gut verpackt und exzellenter Qualität bei mir an. Ein 120x80cm Acryl-Wandbild in einwandfreier Qualität für nicht mal 80€ – mehr muss ich dazu nicht sagen.

Eiffelturm auf Zor-Glass 120x80cm

Detail-Aufnahme Eiffelturm auf Zor-Glass 120x80cm

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2 Kommentare

  1. Lukas

    Hallo! Danke, dass du deine Erfahrungen geteilt hast. Ich hätte eine Frage: denkst du ist es möglich, die Zor-Acryl Bilder mit einer Hintergrundbeleuchtung scheinen zu lassen, oder ist der Druck dafür zu undurchsichtig? Danke im Vorraus u. Lg aus Wien

  2. Hallo Lukas! Sorry, für die etwas späte Rückmeldung. Ja, ich denke, das sollte klappen, der Druck lässt das Licht leicht durchscheinen. Man sieht nämlich bei genauem Hinsehen auch die Halterung (Spiegelbleche) ganz leicht durch (leider).

    Grüße
    Andreas

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