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Test/Erfahrungsbericht – Peak Design Capture Clip – In diesem Artikel möchte ich euch ein feines Gadget vorstellen, das es einem auf langen Fototouren (Reisen, Wanderungen, etc.) erlaubt, seine Kamera vorübergehend zu verstauen, ohne sie mit vollem Gewicht um den Hals baumeln zu lassen oder direkt im Rucksack verschwinden zu lassen.

Was hat es mich in der Vergangenheit nicht immer genervt: Man ist auf Reisen z.B. in einer Ortschaft unterwegs, man hat seinen ganzen Kamerakrempel im Rucksack (ich habe einen Lowepro Flipside 300) dabei und die Kamera an sich meistens in der Hand oder um den Hals hängen. Immerhin will man ja kein interessantes Motiv verpassen, auch wenn man gerade nicht fotografiert.

peak design Capture Clip

Bild1: peak design Capture Clip

Also hat man entweder die Kamera immer in der Hand oder mit vollem Gewicht um den Hals hängen. Selbst bei meiner Nikon D7100 und meinem „Reise-Standardzoom“ Sigma 17-50 F2,8 ist der Nacken am Ende des Tages nicht begeistert. Ich will es mir gar nicht ausmalen, wie das ganze auf den Rücken/Nacken geht, wenn man mit einer Vollformat-Kamera unterwegs ist. Übrigens auch ein Grund weshalb ich doch wieder davon Abstand genommen habe eine D750 zu holen. und beim nächsten Kameraupgrade eher zu einer Fujifilm XT-2 tendiere – aber das ist eine andere Geschichte. Mittlerweile bin ich stolzer Besitzer einer Fujifilm X-Pro2 (Fujifilm X – Gründe für meinen Systemwechsel).

Also packt man zwischendurch immer mal wieder die Kamera in den Rucksack und verpasst somit u.U. einen tollen Moment oder schießt ein Foto nicht, weil man die Kamera nicht schon wieder auspacken will. So geht es mir zumindest. Einpacken, auspacken, einpacken, auspacken – Das Gebaumel um den Hals nervt einfach viel zu sehr.

peak design Capture Clip

Bild2: peak design Capture Clip

Also was gibt es für Alternativen? Ich kann den Sunsniper Gurt, der sicherlich praktisch ist, wenn man nur mit der Kamera unterwegs ist, z.B. eine Hochzeit fotografiert. Aber auf Reisen konnte ich mir das Teil weniger vorstellen, die Kamera ist für meinen Geschmack bei Nicht benutzen zu weit unten und in Menschenmengen eher hinderlich. Mit einem (Kamera-)Rucksack fand ich das Teil auch eher inkompatibel.

Ich habe mich auf der bevorstehenden Griechenlandreise schon fluchen gehört, wegen dem Gewicht um den Hals oder dem dauernden Ein- und Auspacken, bis ich zufällig auf Instagram einen Abenteuerfotografen sah, der an seinem fetten Wanderrucksack die Kamera Kopfüber am Schultergurt trug. Ich dachte im ersten Moment dabei an einen speziellen Rucksack und habe nicht weiter nachgeforscht, bis ich auf einer Wanderung im Bayerischen Wald ebenfalls einen Wanderer gesehen habe, der seine Kamera auf gleiche Weise trug.

peak design Capture Clip - Schnellwechselplatte

Bild3: peak design Capture Clip – Schnellwechselplatte

Mein Interesse war geweckt, genau sowas brauche ich auch! Knapp unter der Schulter auf der Seite getragen, ist die Kamera nicht zu tief und würde wohl auch beim Gehen oder Bücken nicht stören!

Nach kurzer Google-Recherche bin ich dann recht schnell auf das System von peak design gestoßen: Der sogenannte Capture Clip. Dieser Clip wird aufgeklappt und z.B. um den Kameragurt gelegt, zugeklappt und dann mit den Rändelschrauben verschraubt und zusammengepresst. Die Kamera selbst wird mit einer Arka Swiss kompatiblen Schnellwechselplatte (Bild3) versehen (im Lieferumfang) und dann von oben in den Clip eingehängt (siehe Bild1 und Bild2). Zum Herausnehmen der Kamera muss lediglich der rote Knopf gedrückt werden und die Kamera kann nach oben herausgezogen werden. Will man die Kamera zusätzlich sichern, kann auf der rechte Seite der schwarze Arretierungsknopf hinein gedreht werden. Das ganze funktioniert tadellos an

Bild4: peak design Capture Clip am Lowepro Flipside 300

meinem Flipside 300, wie man auf Bild4 sehen kann. Lediglich dickere Träger benötigen anscheinend längere Schrauben, wie manch Rezensent auf Amazon bemängelt hat. In der Praxis ist das ganze für mich wirklich perfekt und genau das, wonach ich schon lange gesucht hatte. Will man vorübergehend nicht fotografieren und die Hände frei haben, schnappt man die Kamera einfach in den Clip ein, der Nacken ist entlastet und nichts baumelt an einem rum. Das Ding hält bombenfest und ich hatte nie ein ungutes Gefühl – trotzdem habe ich den Gurt einfach um den Hals hängen lassen. Den Capture Clip gibt es übrigens auch noch in einer Pro-Ausführung die eine Rückplatte aus Alu hat und verstärkt ist, auch die Schnellwechselplatte ist universeller bzw. kann sie für andere Stativ-Systeme, z.B. Manfrotto benutzt werden. Ich selbst habe mich aber wegen dem Mehrpreis gegen die Pro-Version entschieden und wurde von der „Standard-Version“ nicht enttäuscht.

Von mir also eine klare Empfehlung, wenn man auf Reisen und Wanderungen den Nacken entlasten und die Hände manchmal frei haben möchte, ohne gleich die Kamera komplett wegpacken zu müssen!

Nachfolgend auch noch Bilder, wie die D7100 im Capture Clip am Flipside angebracht ist.

Update 10.11.2017:

Peak Design hat bei Kickstarter ein Projekt laufen, das den Nachfolger des Capture Clips V2 finanzieren soll: Der Capture Clip V3. Eine schöne Weiterentwickling wie ich finde und das Finanzierungsziel ist auch schon erreicht.

Update Juli 2018:

Mittlerweile ist das gute Stück regulär erhältlich. Preislich liegt der Capture Clip V3 zwischen der normalen und der Pro Version des Vorgängers. Allerdings gibt es auch eine Variante ohne Adapterplatte, die etwas günstiger ist.

 

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