Reisebericht Türkische Ägäis  – In den Allerheiligenferien (Bayern – um den 01. November) machten wir uns 2013 nochmal in wärmere Gefilde auf: Die türksiche Ägäis, genauer gesagt Özdere (südlich von Izmir). Eigentlich eine tolle Reisezeit, denn die Touristenmassen sind abgezogen und das Wetter ist herrlich mild und prädestiniert für Ausflüge, auch wenn die Tage bereits sehr kurz werden und das Meer nicht mehr gerade zum Baden einlädt.

Unser Flug ging abends von München nach Izmir, die Flugzeit ist nicht der Rede wert und so waren wir noch vor Mitternacht in unserem Hotel angekommen: Paloma Pasha Resort in Özdere.

Das Hotel: Paloma Pasha Resort

Das Hotel Paloma Pasha Resort ist eine wundervoll gestaltete 5*-Anlage am äußersten West-Rand der kleinen Bucht von Özedere. Alles ist sehr luxeriös, lediglich der Service im Hauptrestaurant war bei uns verbesserungswürdig. Für weitere Infos und aktuelle Bewertungen möchte ich wie immer auf Tripadvisor oder Holidaycheck verweisen. Ich selbst sehe mich nicht als Hoteltester oder Kritiker ;-)

Bilder sagen mehr als tausend Worte, deshalb möchte ich nachfolgend eine kleinen Einblick in die Hotelanlage liefern:

Ephesos

Unser erster Halbtagesausflug führte uns in das nahe gelegene Ephesos. Ephesos war im Altertum eine der ältesten, größten und bedeutendsten Städte Klein-Asiens. Auch durch seinen Tempel der Artemis, einem der 7 Weltwunder, der etwas außerhalb von Ephesos liegt.

Artemis Tempel
Artemis Tempel

Heute ist die Ausgrabungsstätte durch die Nähe zur Küste und zur größeren Stadt Izmir ein Anziehungspunkt für Touristen. Allen voran den Schiffstoursiten, die von den Kreuzfahrtschiffen zu hunderten Ephesos „heimsuchen“. Selbst als wir in der Nachsaison dort waren, schoben sich Menschenmassen durch die antike Stadt. Kaum vorzustellen, wie es dort zur Hochsaison aussieht. Von Ephesos selbst sieht man dann wohl nur noch sehr wenig.

Der ersten Stopp war also der Artemis Tempel, von dem nicht mehr viel übrig geblieben ist, außer eine Säule und mehrere Fragmente. Schwer vorzustellen, wie der Hauptmagnet von Ephesos als eines der 7 Weltwunder mal ausgesehen haben mag.

Nach der kurzen Besichtigung des Artemis Tempels ging es auch schon weiter zu unserem eigentlich Ziel: Die antike Stadt Ephesos. Der obere Teil der Stadt war römisch geprägt, während der untere Teil hellenistisch war.

Unser Guide führte uns an den an der Hauptstraße angereihten Sehenswürdigkeiten (Odeon, Latrinen, Hadriantempel, Herkulestor) vorbei zum Höhepunkt: Die Celsus Bibliothek.

Celsus-Bibliothek Ephesos
Celsus-Bibliothek Ephesos

Die Größe des Ausgrabungsortes vermittelt einen sehr guten Eindruck von der früheren Pracht dieser Stadt.

Über das große antike Theater geht es schließlich zum Ausgang. Ephesos ist eine absolute Empfehlung und äußerst sehenswert. Vielleicht nicht unbedingt in der Hauptsaison wegen der vielen Toursiten ;-)

Pamukkale

Baumwolle
Baumwolle

Bereits am nächsten Tag stand ein weiterer Ausflug auf der Tagesordnung, diesmal nach Pamukkale. Wir wollten unbedingt die weltbekannten, schneeweißen Kalksinterterrassen sehen – ohne, dass uns bewusst gewesen wäre, dass diese mehr als 200km von Özdere entfernt liegen. Die Anfahrt dauerte mit mehreren Stopps etwa 4 Stunden, wobei wir auch einen längeren Aufenthalt in einem Hotel mit Thermalbad hatten. Einen Stopp hatten wir übrigens auch an einem Baumwollfeld, das noch nicht abgeerntet war. Ein toller Anblick, wenn man so etwas noch nicht gesehen hat, und ein nettes Souvenir, wenn man sich einen Trieb abbricht ;-)

Kalksinterterrassen
Kalksinterterrassen

Nach dem Mittagessen im Thermalbad-Hotel ging es dann weiter zu den Kalksinterterrassen in Pamukkale. Um diese zu erreichen, fährt der Bus auf die Anhöhe und wartet am dortigen Parkplatz. Auf manchen Postkarten oder alten Fotos sieht man noch, wie Touristen wild in den natürlich geformten Becken baden oder querfeldein durch die Terrassen nach unten gehen. Heute zurecht streng verboten, da die fragilen Kalkbecken nur beschädigt würden. Allerdings gibt es einen ausgewiesenen Weg vom Plateau nach unten zum kleinen See. Dieser darf nur Barfuß begangen und nicht verlassen werden. Nachdem unser Bus aber oben gewartet hat, sind wir nicht hintergelaufen. Aber auch so liefern die Terrassen einen atemberaubenden Anblick.

Wandert man auf dem Plateau weiter nach hinten, erreicht man nach nicht allzu langem Weg die antiken Überreste der Stadt Hierapolis. Schon in der Antike waren die Thermalquellen bekannt, die bereits damals die Terrassen formten. Das Wasser wurde zur Färbung von Wolle genutzt, aber auch für den antiken „Kurort“.

Um etwa 16:00 Uhr verließen wir diesen wundervollen Ort, um nach ca. 4 Stunden wieder im Hotel zu sein. Ein wegen der Fahrerei anstrengender Ausflug, der sich jedoch lohnt, immerhin sind Kalksinterterrassen von Pamukkale weltweit einmalig!

Samos

Unser dritter und letzter Ausflug führte uns bereits am Folgetag auf die griechische Insel Samos. So schön es an der türkischen Ägäis ist, so konnten wir es als alte Griechenland-Fans nicht lassen, einen Abstecher auf die griechische Insel mitzunehmen. Die Fährfahrt gestaltet sich als relativ kurzweilig, immerhin ist die Insel Samos nur wenige Seemeilen von Kusadasi und dem dortigen Hafen entfernt. Diese Tatsache machte Samos 2015 leider auch für Flüchtlinge interessant, weshalb die Samioten auch heute noch mit den Folgen zu kämpfen haben.

Samos
Samos

Die Hauptstadt von Samos, die den gleichen Namen wie die Insel selbst trägt, lädt zu einem ausgedehnten Spaziergang durch die kleinen Gassen und verwinkelten Straßen ein. Zu dieser Jahreszeit verirren sich wohl nur noch wenige Touristen auf die Insel, weshalb man in erster Linie unter Einheimischen ist. Generell hat sich Samos seine Ursprünglichkeit in weiten Teilen bewahrt, so findet man noch typische griechische Lebensmittelläden, Metzger und Bäcker.

Samos
Samos

Eine Spezialität auf Samos ist übrigens der süße Dessertwein, der weltweit bekannt und geschätzt ist. Wo es Weinanbau und Weinherstellung in Griechenland gibt, ist der Ouzo nicht weit und so kann man auch sehr guten und intensiven samiotischen Ouzo als Souvenir mitnehmen.

Unseren Ausflug ließen wir dann in einem Café nahe dem Hafen ausklingen, bevor es gegen 17:00 Uhr mit dem Schiff zurück nach Kusadasi ging.

Fazit

Die türkische Ägäis ist reich an Historie, es finden sich hier viele antike Stätten und interessante Sehenswürdigkeiten. Die Leute sind nett und zuvorkommend, das Klima selbst Ende Oktober / Anfang November noch angenehm mild. Eine durchaus empfehlenswerte Destination, wäre nicht die momentan angespannte politische Lage, weshalb viele deutsche Urlauber in letzter Zeit die Türkei meiden (Stand 2018). Ob berechtigt oder nicht,  muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.


Fotogalerie Türkische Ägäis
Alle Fotos zu dieser Reise findet ihr im Album Türkische Ägäis

Empfehlung für einen Reiseführer: Türkei Mittelmeerküste  (Michael Müller Verlag).


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