Reisebericht Algarve

Lesedauer: 5 Minuten

Es ist schon etwas her, dass wir an der Algarve in Portugal waren und dennoch möchte ich in einem kurzen Reisebericht ein paar Worte darüber verlieren.

Ich habe schon viel gesehen, v.a. in Europa, aber Portugal bzw. die Algarve empfinde ich als deutlich unterschätzte Urlaubsregion. Wunderschöne Strände, die man vergleichbar nirgends findet, tolle Sehenswürdigkeiten, die es zu entdecken gibt und ein wahnsinnig freundliches Volk. Vieles spricht also für einen Urlaub in Portugal bzw. an der Algarve.

Olhos de Água

Praia da Falesia
Praia da Falésia

Von München nach Faro fliegt man keine 2,5 Stunden. Unser Hotel befand sich in der Ortschaft von Olhos de Água. Leider sieht man an der Algarve überall die Auswüchse des Massentourismus, der in den 1960er Jahren so richtig in Fahrt kam. Ein Betonbunker und eine Bausünde nach der anderen. Bei der Anfahrt zum Hotel leider kein schönes Bild. Umso schöner ist dann aber, wenn man zum ersten mal diesen grandiosen Strand sieht. Weit unten liegt er, die Hotels höchsten an der Steilhang darüber, meistens aber mit gebührendem Abstand. So gibt es auch kein Hotel, das einen direkten Strandzugang hat oder das gar über einen eigenen Strandabschnitt verfügt.

Eigentlich aber auch wieder gut. So durchmischen sich am Strand Einheimische und Touristen, alle mit dem gleichen Ziel: Vor ockerfarbenen Felsen, den feinen Sand unter den Füßen die frische Atlantikbrise und die Wellen genießen. Was gibt es schöneres?

Und tatsächlich muss ich sagen, dass ich kaum einen Strand kenne, den ich so so schön empfunden hätte, wie die Praia da Falésia. OK, Geschmäcker sind natürlich verschieden.

Praia da Falésia bei Ebbe
Praia da Falésia bei Ebbe

Übrigens erreicht man den Strand nur über Holztreppen und -stege, aber gerade das macht ihn doch noch interessanter und den Hotelpool uninteressanter 😉

Durch die starken Gezeiten (Atlantik) kann man bei Ebbe vom kleinen Praia dos Olhos de Àgua den ewig langen Praia da Falésia gehen und auf dem Weg auch die gleich die Süßwasserquellen zwischen den Felsen bewundern, die der Ortschaft ihren Namen geben: Die „Wasseraugen“ – Olhos de Água.

Wer Strandspaziergänge mag, der wird die Praia da Falésia lieben!

Felsalgarve mit Silves, Serra de Monchique, Lagos und Cabo de São Vicente

Silves

Silves – Festung

Im Hinterland liegt ihre frühere Haupstadt der Algarve: Das kleine Städchen Silves. Das Besondere an Silves ist die Tatsache, dass sich die Stadt ihren alten Kern bewahrt hat – der Massentourismus hat hier keine Spuren hinterlassen, der Stadtkern mit der alten Festung, der gotischen Kathedrale und der mittelalterlichen Altstadt hat sich ihr Gesicht bewahrt. Zum Glück, denn hier findet man noch das ursprüngliche, authentische Portugal.

Ein Bummel durch die Altstadt und ein Besuch der Festung lohnt sich allemal. Hoch auf den Festungsmauern hat man zudem einen super Ausblick über die hügelige Landschaft.

Serra de Monchique

Die kleine Ortschaft Monchique in der Serra Monchique gelegen, ist v.a. für ihre Thermalquellen und dem dort befindlichen Thermalbad bei Touristen und Einheimischen bekannt. Landschaftlich ist es jedoch ebenfalls interessant, an einem Hang gelegen und vielen Bäumen. Auch Korkeichen findet man im kleinen Zentrum. Neben den Bädern ist Monchique auch für die Herstellung des Nationalgetränks Portugals bekannt: Dem Medronho.

Monchique

Medronho sollte man mal probiert haben, auch wenn er verdammt stark ist. Gebrannt wird dieser Obst-Schnapps aus den Früchten des sogenannten Erdbeerbaums, wobei es natürlich nicht wirklich Erdbeeren sind, sondern ihr nur sehr ähnlich sehen. Das Besondere am Erdbeerbaum ist, dass er fast ausschließlich wild wächst und nicht kultiviert angepflanzt wird. Im Winter sammeln die örtlichen Bauern in mühevoller Handarbeit die Beeren auf und brennen diese zu Medronho. Demzufolge gibt es den (guten) Medronho nur örtlich und nicht im Supermarkt. Wer die Gelegenheit hat ihn zu probieren, sollte diese auch nutzen und vielleicht ein kleines Fläschchen als Andenken mit nach Hause nehmen. Aber Achtung: Medronho ist nicht nur teuer, sondern auch verdammt stark (meistens zwischen 50% und 60%). Eine Sorte gibt es übrigens sogar bei Amazon: Castelo de Silves Aguardente de Medronho.

Lagos und Küste

Lagos - historischer Sklavenmarkt
Lagos – historischer Sklavenmarkt

Lagos liegt nahe dem südwestlichsten Punkt Europas und ist somit ein willkommenes Zwischenziel auf dem Weg zum Cabo de São Vicente. Die Altstadt von Lagos lädt zu einem schönen Bummel oder einen Aufenthalt in einem der zahlreichen Restaurants ein. Hier kann man sich für die Weiterfahrt stärken.

Sehenswert sind aber auch der Platz der Republik mit dem historischen Sklavenmarkt.

Ponte da Piedade
Ponte da Piedade

In der Bucht von Lagos liegt dann ein Naturschauspiel der besonderen Art: Zerklüftete Felsformationen bilden hier eine bizarre Klippenlandschaft, die es sonst nirgends gibt. Die ockerfarbenen Felsspitzen und Felsformationen ragen hier ins Meer, besonders ist dabei eine Bogenformation die auch Ponte da Piedade genannt wird. Hier kann man über Treppen bis ans Meer gehen und auch mittels Bootstour durch den Felsenbogen und die zerklüftete Landschaft fahren. Auch wenn hier viele Touristen unterwegs sind, definitiv ein Highlight und absolut sehenswert!

Cabo de São Vicente

Leuchtturm am Cabo de Sao Vincente
Leuchtturm am Cabo de Sao Vincente

Der abschließende Höhepunkt bei einer Tour an der Felsalgarve ist sicherlich der südwestlichste Punkt Europas: Das Cabo de São Vicente. Ein Leuchtturm markiert das Ende einer Landzunge, 70m über dem Meer, umgeben von an den Fels peitschenden Wellen und karger Vegetation. Der totale Gegensatz zu den Stränden Albufeiras.

Wer will kann sich hier auch die letzte Bratwurst vor Amerika gönnen. Stilecht in einem Imbisswagen servieren hier ausgewanderte Deutsche originale Nürnberger bzw. Thüringer Bratwurst und das seit 1996.

Aber aufpassen, dass einem die Bratwurst nicht davon fliegt, am Kap geht meistens ein ziemlich starker (und kalter) Wind! 😉

Lissabon

Lissabon
Lissabon

Wir dachten, wenn wir schon mal in Portugal sind, könnten wir uns ja auch gleich noch die Hauptstadt Lissabon ansehen. Ein Tagesauflug in diese wundervolle Stadt ist natürlich nur bedingt schlau. V.a. wenn auch noch irgendeine Großkonferenz stattfindet und die halbe Stadt für den Verkehr gesperrt ist 😉

Aber egal, die Eindrücke, die wir an diesem kurzen Tag bekommen haben, sagten uns: Hier musst du irgendwann noch einmal für ein paar Tage herkommen. Lissabon ist eine geschichtsträchtige, wunderschöne Hafenstadt, gespickt mit Sehenswürdigkeiten.

Bilder sagen mehr als tausend Worte, deshalb lasse ich selbige sprechen:

Fazit

Für uns war es damals die letzte Reise zu zweit, unser kleiner Sohn wuchs bereits im Bauch der Mama heran. Deshalb haben wir auch auf Mietwägen und lange Erkundungstouren verzichtet und haben nur zwei geführte Ausflüge unternommen. Und trotzdem hat uns Portugal und die Algarve fasziniert und klar gemacht, wie wenig man eigentlich von diesem tollen europäischen Land weiß. Die spezielle Sprache und die eigenwillige Kultur machen die Portugiesen zu einem besonderen und liebenswerten Volk. Die grandiose Landschaft tut ihr übrigens. Irgendwann kommen wir sicherlich wieder nach Portugal, dann zu viert, mit Mietwagen und Abenteuerlust 🙂

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2 Kommentare

  1. Hey,

    du hast ja fast den gleichen Urlaub gemacht, wir wir damals 2015 😉

    Wir waren auch in Olhos de Água und haben scheinbar die gleichen Orte besucht. *g*

    Ich teile deine Meinung vollkommen! Die Algarve ist traumhaft schön.

    LG
    Torsten

    • Hallo Torsten,

      ist ja witzig, wir waren im September 2015 dort – der Reisebericht war eine „Altlast“ sozusagen 😉

      Grüße
      Andreas

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